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Ausrichtung und Neigung des Dachs: Wie stark ändert sich der Ertrag?

· 5 Min. Lesezeit ·

Erfahre, wie stark Dachrichtung und Neigung den Solarertrag verändern, mit Zahlen für jeden Fall und einem Rechner, um dein eigenes Dach zu testen.

Die Dachrichtung zählt, aber weniger als gedacht

Bei einem zweifelhaften Dach lautet die häufigste Frage: „Zeigt es in die falsche Richtung?“ Die Antwort ist meist weniger dramatisch als die Sorge. Ein Dach nach Osten oder Westen liefert immer noch etwa 90% des Bestfalls.

≈ 100%zum Äquator ausgerichtet, ideale Neigung
≈ 90%nach Osten oder Westen
≈ 68%vom Äquator abgewandt

Die Zahlen stammen aus einem einfachen Modell für 30° Breite und ein um 30° geneigtes Dach. Sie geben die Größenordnung an, kein Ertragsversprechen.

Die ideale Ausrichtung

Die Sonne verbringt mehr Zeit auf der Äquatorseite. Deshalb richtet man die Module am besten dorthin aus. Außerhalb der Tropen gilt eine einfache Regel:

Südhalbkugel

Nach Norden ausgerichtet

  • Mittags steht die Sonne im Norden
  • Geografisch Nord, nicht magnetisch
  • Ost und West verlieren etwa 10%

Nordhalbkugel

Nach Süden ausgerichtet

  • Mittags steht die Sonne im Süden
  • Geografisch Süd, nicht magnetisch
  • Ost und West verlieren etwa 10%
Die Regel gilt außerhalb des tropischen Gürtels; nahe dem Äquator spielt die Ausrichtung kaum eine Rolle. Die Prozentwerte stammen aus dem gezeigten Modell.

Ertrag nach Abweichung von der idealen Ausrichtung (30° Neigung)

Ideale Ausrichtung (0°)≈ 100%
45° Abweichung von der idealen Ausrichtung≈ 97%
90° Abweichung (Ost oder West)≈ 90%
135° Abweichung≈ 80%
180° Abweichung (Gegenseite)≈ 68%

Die ideale Neigung

Die Neigung mit dem höchsten Jahresertrag liegt nahe der Breite des Standorts, etwas darunter. Eine einfache Näherung lautet: 0,76-mal der Betrag des Breitengrads plus etwa 3° (der Rechner rundet auf ganze Grad):

0,76 × 30°Breitengrad 30°+3°Korrektur≈26°ideale Neigung

Ertrag nach Neigung (Breitengrad 30°, zum Äquator ausgerichtet)

Flach, ohne Neigung (0°)≈ 92%
10°≈ 97%
26° (ideal)100%
45°≈ 96%
60°≈ 86%
90° (Wand)≈ 51%

Die Kurve ist nahe dem Ideal sehr flach: 10° daneben kosten in diesem Modell etwa 1,2%. Deshalb reicht meist der Winkel des Dachs selbst.

Teste dein Dach

Wähle Breitengrad, Neigung und Ausrichtungsabweichung deines Dachs. Der Rechner zeigt den Ertrag relativ zum Bestfall und die ideale Neigung für den Standort.

Interaktiv

Ausrichtung und Neigung erkunden

Wähle Breitengrad, Neigung und Abweichung von der idealen Ausrichtung. Das Ergebnis nutzt ein einfaches Modell und zeigt, wie viel vom Jahresertrag des Bestfalls bleibt.

100%des Ertrags im Bestfall
0%Verlust durch Ausrichtung und Neigung
26°ideale Neigung für den Breitengrad

Vereinfachtes, anschauliches Modell für mittlere Breiten. Für ein echtes Projekt nutze eine Simulation für deinen Standort, etwa PVGIS.

Und wenn das Dach nicht ideal ist

  • Ost und West: Die Erzeugung verteilt sich auf Vor- und Nachmittag, was zu Haushalten passt, die früh und abends Strom brauchen
  • Getrennte MPPT-Eingänge: Schließe jede Dachfläche an einen eigenen Eingang des Wechselrichters an
  • Flachdach: Eine Neigung von 10° bis 15° bringt fast den Idealertrag und verringert Schatten zwischen den Reihen (auch der Abstand spielt eine Rolle)
  • Mehr Module: Hat das ideale Dach keinen Platz, kostet ein zusätzliches Modul auf der schwächeren Seite meist wenig
  • Schatten wiegt schwerer als Ausrichtung: siehe den Artikel zur Verschattung

Mit Editor Solar zeichnen

Hier ist Editor Solar mit dem Diagramm dieses Artikels bereits geöffnet. Verschiebe Geräte, bearbeite Beschriftungen, verbinde Komponenten und exportiere als PNG, SVG oder PDF. Kostenlos und direkt im Browser.

Ein Satteldach, eine Seite nach Osten und eine nach Westen, jede an einem eigenen MPPT-Eingang des Wechselrichters.

Ausprobieren: Passe die Modulzahl auf jeder Seite an dein Dach an und schreibe die Richtung jeder Dachfläche ins Diagramm. Notiere die Neigung jeder Fläche.

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