Wie viele Solarmodule brauche ich? Schritt für Schritt berechnet
Die Modulanzahl aus Monatsverbrauch, Sonnenstunden und Systemwirkungsgrad berechnen: mit vollständigem Beispiel und interaktivem Rechner.
Die Berechnung in drei Schritten
Die Modulanzahl für einen Haushalt ergibt sich aus einer kurzen Rechnung. Ausgangspunkt ist der Tagesverbrauch, den du in Stromverbrauch des Haushalts anhand der Stromrechnung abschätzen erhältst.
- 1Verbrauch pro Tag
300 kWh pro Monat ÷ 30 Tage = 10 kWh pro Tag.
- 2Benötigte Leistung (kWp)
Teile den Tagesverbrauch durch die Sonnenstunden des Standorts mal Systemwirkungsgrad.
- 3Anzahl der Module
Teile die benötigte Leistung durch die Leistung eines Moduls und runde auf.
Sonnenstunden (HSP)
Eine Sonnenstunde entspricht 1 kWh Einstrahlung pro m², also 1.000 W/m² für 1 Stunde. Die Sonne scheint nicht den ganzen Tag mit dieser Intensität: Addiert man die Einstrahlung eines Tages, ergibt sich das Äquivalent einer Zahl „voller“ Stunden. Diese Zahl, die HSP, misst, wie viel Sonne ein Standort erhält.
Warum der Systemwirkungsgrad nicht 100% beträgt
Die Nennleistung ist ein unter Normbedingungen gemessener Referenzwert: Die tatsächliche Leistung schwankt mit Einstrahlung und Temperatur. Außerdem: Hitze, Schmutz, Leitungen und der Wechselrichter selbst nehmen einen Teil der Energie. Für eine schnelle Rechnung nimm einen Systemwirkungsgrad (Gesamt-Leistungsfaktor) von etwa 80%. Der Artikel über Verluste und Performance Ratio zeigt, woher jeder Anteil kommt.
Modulanzahl berechnen
Stelle Verbrauch, Sonnenangebot und Modul ein. Das Ergebnis wird aufgerundet, denn ein halbes Modul gibt es nicht, und zeigt zusätzlich den geschätzten Ertrag und die Dachfläche.
Ein vollständiges Beispiel
- 11. Tagesverbrauch
Eine Rechnung über 300 kWh pro Monat: 300 ÷ 30 = 10 kWh pro Tag.
- 22. Benötigte Leistung
Mit 5 Sonnenstunden und 80% Wirkungsgrad: 10 ÷ (5 × 0,8) = 2,5 kWp.
- 33. Anzahl der Module
Mit Modulen zu 550 W: 2.500 ÷ 550 = 4,55, aufgerundet auf 5 Module.
- 44. Kontrolle
5 × 550 W = 2,75 kWp, die etwa 2,75 × 5 × 0,8 × 30 = 330 kWh pro Monat erzeugen, 10% über dem Verbrauch.
Was die Modulanzahl begrenzt
- Dachfläche: Jedes Modul mit 550 W braucht etwa 2,6 m²
- Schatten: Schornsteine, Bäume und Gebäude verringern den Ertrag und können einen Teil des Dachs ausschließen
- Wechselrichter: Die Modulleistung muss zum Wechselrichter passen (siehe die richtige Wechselrichterleistung wählen)
- Regeln des Netzbetreibers: Je nach Anschluss gibt es Leistungsgrenzen
- Budget: Jedes weitere Modul erzeugt mehr, aber sein Nutzen sinkt, sobald der Ertrag den Verbrauch schon deckt
Mit Editor Solar zeichnen
Hier ist Editor Solar mit dem Diagramm dieses Artikels bereits geöffnet. Verschiebe Geräte, bearbeite Beschriftungen, verbinde Komponenten und exportiere als PNG, SVG oder PDF. Kostenlos und direkt im Browser.
Ausprobieren: Ersetze die Modulanzahl durch das Ergebnis für deine Rechnung und trage die Gesamtleistung in kWp ins Diagramm ein. Notiere danach, wie viele Quadratmeter Dachfläche sie brauchen.
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